Lagasnerie | Verurteilen – Der strafende Staat und die Soziologie

Geoffroy de Lagasnerie: »Verurteilen – Der strafende Staat und die Soziologie«
Aus dem Französischen von Jürgen Schröder
Im Original erschienen unter dem Titel »Juger. L’État pénal face à la sociologie (Fayard)«
Gebunden, 271 Seiten, Suhrkamp Verlag, 2017
ISBN: 978-3-518-58709-6

Angaben des Verlages

Inhalt

Über mehrere Jahre hat Geoffroy de Lagasnerie den Verhandlungen in einem Pariser Gericht beigewohnt. Er beobachtete, wie Menschen wegen Raub, Mord, Vergewaltigung oder Körperverletzung angeklagt und verurteilt wurden. Ausgehend von dieser eindringlichen Erfahrung, setzt er zu einer großen Reflexion über den strafenden Staat, die Macht und die Gewalt an. Wie lassen sich dieses System der Repression und seine Kategorien verstehen?

Im Herzen des liberalen Rechtsstaats und seiner Idee der Gerechtigkeit entdeckt de Lagasnerie ein Paradox: Um jemanden verurteilen zu können, muss eine individualistische Erklärung der Tat und ihrer Ursachen kreiert werden; aber zugleich wird jede Straftat als Aggression gegen die »Gesellschaft« und den »Staat« aufgefasst. Das Recht wird als die Herrschaft der Vernunft präsentiert – und produziert zugleich Deprivationen und Traumata. In einer mitreißenden Mischung aus Erzählung und theoretischer Analyse zeigt de Lagasnerie, dass die Justiz mehr ist als eine Antwort auf das Verbrechen: Die Szene des Tribunals ist ein Spiegel unseres Verhältnisses zum Staat und damit unseres Status als politisches Subjekt.

Leseprobe (PDF)

Inhaltsübersicht

Erster Teil: Was wir sind

1. Den Staat vorladen
2. Rechtssubjekte. Elemente einer Repressionstheorie der Macht
3. Vom Recht zur Kritik

Zweiter Teil: Staat und Gewalt

1. Lüge in der Kultur
2. Den Staat so sehen,wie er ist
3. Die doppelte Wahrheit der Gewalt

DritterTeil: Das System der Gerichtsbarkeit

1. Jenseits der Verantwortung
2. Politik der Wahrnehmungen
3. Eine individualisierende Erzählung
4. Anders reagieren

Vierter Teil: Das Bestrafungssystem

1. Anklagen und strafen
2. Die Logik der Vergeltung
3. Was ist ein Verbrechen?
4. .Strafrecht, Souveränität und Demokratie

Fünfter Teil: Die Welt sehen.
Die kritische Soziologie neu denken

Pressestimmen

»Die revolutionäre Chuzpe, mit der sich der Jungstar der Pariser Intellektuellen hier aus dem Fenster lehnt, … ist ansteckend.«

Philipp Rhensius, taz. die tageszeitung

»Ein UFO in der Welt der Bücher über Strafrecht.«

Le Monde diplomatique

»Geoffroy de Lagasnerie hat sich vorgenommen, die großen Fragen neu zu stellen, und das ist ihm auf eine augenöffnende Weise durchaus gelungen.«

Barbara Eisenmann, deutschlandfunk.de

»Ein starkes Buch, zum Teil etwas übertrieben, aber es gewährt einen neuen Blick auf das, was uns sehr eingefahren und vertraut erscheint.«

Radio Bremen

»In einer mitreißenden Mischung aus Erzählung und theoretischer Analyse zeigt de Lagasnerie, dass die Justiz mehr ist als eine Antwort auf das Verbrechen […].«

fachbuchkritik.de Oktober 2017

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